Nach einer verregneten Ankunft und einem verregneten Tag, an dem die Lesung stattfand, habe ich mir noch einen halben Tag gegönnt, um Stuttgart zu entdecken. Man muss sich die Stadt erarbeiten. Auf den ersten Blick: Schön gelegen in tiefen Tälern, der Neckar allerdings nimmt nicht unmittelbar teil. Die Zerstörungen nach dem Krieg sind offenbar rasch wieder aufgebaut worden. Mir gefällt der Marktplatz im Stil der Moderne der 50er Jahre. Es fällt auf, dass im Gegensatz zu ostdeutschen Städten in den meisten Fällen die Grundstücksgrenzen ja beibehalten werden mussten. Neben der etwas brutalen Architektur der 70er (Buchhaus Wittwer), die moderne Leichtigkeit des Museums für Moderne Kunst, in dessen gläserner Fassade sich der Frühlingshimmel spiegelt.
Begrüßung im Verbindungsbüro Sachsens in Wrocław durch die Hausherrin Anna Leniart
Sie sind schon am frühen Morgen aufgebrochen aus mehreren Städten Niederschlesiens, außer Wrocław Opole und Legnica, um mittags Geschichten aus „Joanna“ zu hören.
Und … Ihr wart ein großartiges Publikum! Wach, klug und interessiert! Ihr hab meinen Respekt: Die Texte in einer fremden Sprache hören und verstehen.
Die Germanistin Ewa Szymani moderierte die Lesung, vielmehr stellte sie immer wieder die Verbindung zum Text her, erfragte die Erfahrungen und Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler.
Warum ich in der Adventszeit nach Wrocław gefahren bin, wo ich Wrocław doch im Sommer liebe, warum ich vor einer Sachsenfahne und zum Glück auch vor einer Europafahne stehe…. Davon morgen mehr.
Nein, Lesereisen sind Arbeit. Und wie war das Leistung ist Arbeit pro Zeit. Und Zeit gibt’s nur einmal. Es sei denn man hat Hermines Zeitumkehrer.
Also ist jetzt endlich wieder Zeit, am neuen Manuskript zu arbeiten. Übrigens heißt der Protagonist seit einiger Zeit nicht mehr Konrad, sondern Marek, was viel zu bedeuten hat. Wahrscheinlich.
Joanna und ich zu Gast bei der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Göttingen und wir alle zu Gast in der bezaubernden Galerie Alte Feuerwache. Dank an die beiden Veranstalter!